AIDS. Mein Weg ins Leben AIDS, mein Weg ins Leben / [Text und Fotos von] Markus Commerçon
Commerçon, Markus
Verfügbar
- Veröffentlicht
- 1994
- ISBN
- 978-3-7903-0507-4
- COBISS ID
- 7547166
- Signatur / Standort
- 11
- Eigentümer
- ursa.sebat@ssfcr.org
Zusätzliche Infos:
Impresum: Bitter, Recklinghsn 1994
Zbirka: Edition Bitter : Wege ins Leben
Oznake: Commerçon, Markus (1963-1996 - Spomini)Aids - Bolniki - V leposlovjuHomoseksualnost - V leposlovju
UDK: 821.112.2-94929Commerçon M.
Ostalo: Ocena: Drei öffentlich geäußerte Worte haben das Leben von Markus Commerçon von innen nach außen gewendet: "Ich habe Aids." Mit diesem Satz stürzte er ins soziale Nichts. Markus Commerçon läßt sich jedoch so leicht nicht in düstere Krankenzimmer abdrängen. Er hat mit AIDS. Mein Weg ins Leben den mutigen Schritt gewagt, aus einem Dasein als Kranker mit der tabuisierten Krankheit Aids ans Licht der Öffentlichkeit zu treten, und er geht diesen oft sehr schwierigen Weg sehr konsequent. Markus Commerçon beginnt sein Buch mit seiner Kindheit, den Schwierigkeiten im Elternhaus, dem Verhältnis zu seinen drei Geschwistern, der gefühlskalten Mutter und dem Vater, der nie Zeit hatte, weil ihn seine Arbeit restlos auffraß. Dann der Kampf in seiner Jugend, als er bemerkt, daß ihn Männer mehr interessieren als Frauen. Selbst vor einer Verlobung mit einer Freundin schreckt er nicht zurück. Immer wieder startet er den Versuch, "normal" zu leben, sich anzupassen, und das Lob seiner Eltern, vor allem die Anerkennung und Liebe seiner Mutter, gehen ihm über alles. Doch nach spätestens zwei Wochen "guten Willens" findet er sich wieder in schmutzigen Bahnhofstoiletten, in die die gesellschaftlich verachtete Homosexuellenszene abgedrängt ist. Schließlich findet er den Partner fürs Leben, und nach dem sehr erfolgreichen Abschluß seiner Bäckerlehre geht er mit seinem Freund Wolfgang ins Allgäu, übernimmt dort eine eigene Bäckerei, baut ein Haus und das Leben der beiden Männer scheint glücklich und in bester Ordnung. Markus hat es geschafft, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, den Bruch mit dem Elternhaus nimmt er in Kauf, denn der Freundeskreis ist tolerant, so daß sich auch die Eltern langsam an die unabänderlichen Gegebenheiten anzupassen scheinen. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Bei Wolfgang wird im Sommer 1990 Aids diagnostiziert und es beginnt eine Zeit der Heimlichkeiten und des Versteckspiels. Wolfgang will um keinen Preis der Welt, daß jemand von seiner Krankheit erfährt, und die notwendigen Medikamente besorgen die beiden in einer 30 Kilometer entfernten Apotheke. Alle Kunden, Freunde, selbst der Vater von Wolfgang glaubt, daß er an Leukämie erkrankt ist. In dieser Zeit unterzieht sich auch Markus einem Test und auch er hat sich mit dem tödlichen Virus infiziert. Im Juni 1991 stirbt Wolfgang, und diese Zeit des gemeinsamen Leidens beschreibt Markus Commerçon schonungslos und ehrlich. Wolfgang, der immer ungeduldiger und unbeherrschter wird während seiner Krankheit, die vielen Gespräche über Tod und Sterben, die Angst vor dem Leiden, die Verzweiflung im Angesicht des Todes und auf der anderen Seite Markus, der zwar infiziert ist, doch noch keine typischen Krankheitszeichen bei sich spürt. Es ist eine Zeit, die fast unmenschliche Kraft erfordert. Nach dem Tod von Wolfgang krempelt Markus sein Leben vollkommen um. Nie mehr möchte er mit Heimlichkeiten und Lügen leben. Er verkauft seine Bäckerei und das Haus und beschließt, für sich und seine Krankheit einen anderen Weg zu gehen. Er sieht seine Krankheit als ein Gesamtbild, das seinen Ausdruck in der Biographie des einzelnen findet. So wehrt er sich auch gegen die obligatorischen Medikamente, die prophylaktisch allen Aids-Kranken verordnet werden, denn sie haben nachweislich bislang noch keinem das Leben gerettet. Doch genau das hat Markus Commerçon vor: Er möchte Aids überleben. Er macht sich auf die Suche nach einem Arzt, der gewillt ist, seine Vorstellungen von der Krankheit mitzutragen und trifft auf eine Mauer aus Angst und Hilflosigkeit. Einen Fall wie Markus Commerçon sieht auch das so hervorragend ausgebaute soziale Netz in Deutschland nicht vor. Zunächst wird er nicht krankgeschrieben, da bei ihm die typischen Symptome fehlen, die normalerweise bei der Immunschwächekrankheit auftreten. Das Arbeitsamt sieht sich jedoch außerstande, einen infizierten Bäcker zu vermitteln und eine Umschulung "rechnet sich nicht", wurde Markus doch lediglich eine Lebensdauer von 24 Monaten von den Ärzten bescheinigt. Ein Mensch, der durch alle Maschen des sonst so tragfähigen sozialen Netzes fällt. Markus Commerçon hat ein Buch geschrieben, das es bisher in dieser Form nicht gegeben hat. Er beschreibt sein Leben mit einer schonungslosen Offenheit und Ehrlichkeit, die den Leser oft erschrecken und innehalten läßt. Doch es gelingt dem Autor auf diese besondere Art und Weise, einen Erkenntnisprozeß in Gang zu setzen, der nach der Lektüre noch lange nicht beendet ist. Denn auch wenn wir alle nach außen noch so tolerant sein mögen, es bleibt bei jedem ganz tief drinnen, wenn er ehrlich ist, ein unangenehmes Gefühl im Bauch, wenn er mit einem Aids-Kranken in Kontakt kommt. Noch weiß man immer noch zu wenig über diese Krankheit. Ganz sicher leistet Markus Commerçon auf diesem Gebiet mit seinem Buch Pionierarbeit. --Manuela Haselberger
Amazon URL: http://www.amazon.de/AIDS-Mein-Weg-ins-Leben/dp/3790305073%3FSubscriptionId%3D1PGFYAPZ3Z5T6WPRK802%26tag%3Dbiblo0f-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3790305073
Izdaja: 4
ISBN-10: 3-7903-0507-3
ime: Deutsch
Število strani: 200
Datum izdaje: 1994
Vsebina: Drei öffentlich geäußerte Worte haben das Leben von Markus Commerçon von innen nach außen gewendet: "Ich habe Aids." Mit diesem Satz stürzte er ins soziale Nichts. Markus Commerçon läßt sich jedoch so leicht nicht in düstere Krankenzimmer abdrängen. Er hat mit AIDS. Mein Weg ins Leben den mutigen Schritt gewagt, aus einem Dasein als Kranker mit der tabuisierten Krankheit Aids ans Licht der Öffentlichkeit zu treten, und er geht diesen oft sehr schwierigen Weg sehr konsequent. Markus Commerçon beginnt sein Buch mit seiner Kindheit, den Schwierigkeiten im Elternhaus, dem Verhältnis zu seinen drei Geschwistern, der gefühlskalten Mutter und dem Vater, der nie Zeit hatte, weil ihn seine Arbeit restlos auffraß. Dann der Kampf in seiner Jugend, als er bemerkt, daß ihn Männer mehr interessieren als Frauen. Selbst vor einer Verlobung mit einer Freundin schreckt er nicht zurück. Immer wieder startet er den Versuch, "normal" zu leben, sich anzupassen, und das Lob seiner Eltern, vor allem die Anerkennung und Liebe seiner Mutter, gehen ihm über alles. Doch nach spätestens zwei Wochen "guten Willens" findet er sich wieder in schmutzigen Bahnhofstoiletten, in die die gesellschaftlich verachtete Homosexuellenszene abgedrängt ist. Schließlich findet er den Partner fürs Leben, und nach dem sehr erfolgreichen Abschluß seiner Bäckerlehre geht er mit seinem Freund Wolfgang ins Allgäu, übernimmt dort eine eigene Bäckerei, baut ein Haus und das Leben der beiden Männer scheint glücklich und in bester Ordnung. Markus hat es geschafft, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, den Bruch mit dem Elternhaus nimmt er in Kauf, denn der Freundeskreis ist tolerant, so daß sich auch die Eltern langsam an die unabänderlichen Gegebenheiten anzupassen scheinen. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Bei Wolfgang wird im Sommer 1990 Aids diagnostiziert und es beginnt eine Zeit der Heimlichkeiten und des Versteckspiels. Wolfgang will um keinen Preis der Welt, daß jemand von seiner Krankheit erfährt, und die notwendigen Medikamente besorgen die beiden in einer 30 Kilometer entfernten Apotheke. Alle Kunden, Freunde, selbst der Vater von Wolfgang glaubt, daß er an Leukämie erkrankt ist. In dieser Zeit unterzieht sich auch Markus einem Test und auch er hat sich mit dem tödlichen Virus infiziert. Im Juni 1991 stirbt Wolfgang, und diese Zeit des gemeinsamen Leidens beschreibt Markus Commerçon schonungslos und ehrlich. Wolfgang, der immer ungeduldiger und unbeherrschter wird während seiner Krankheit, die vielen Gespräche über Tod und Sterben, die Angst vor dem Leiden, die Verzweiflung im Angesicht des Todes und auf der anderen Seite Markus, der zwar infiziert ist, doch noch keine typischen Krankheitszeichen bei sich spürt. Es ist eine Zeit, die fast unmenschliche Kraft erfordert. Nach dem Tod von Wolfgang krempelt Markus sein Leben vollkommen um. Nie mehr möchte er mit Heimlichkeiten und Lügen leben. Er verkauft seine Bäckerei und das Haus und beschließt, für sich und seine Krankheit einen anderen Weg zu gehen. Er sieht seine Krankheit als ein Gesamtbild, das seinen Ausdruck in der Biographie des einzelnen findet. So wehrt er sich auch gegen die obligatorischen Medikamente, die prophylaktisch allen Aids-Kranken verordnet werden, denn sie haben nachweislich bislang noch keinem das Leben gerettet. Doch genau das hat Markus Commerçon vor: Er möchte Aids überleben. Er macht sich auf die Suche nach einem Arzt, der gewillt ist, seine Vorstellungen von der Krankheit mitzutragen und trifft auf eine Mauer aus Angst und Hilflosigkeit. Einen Fall wie Markus Commerçon sieht auch das so hervorragend ausgebaute soziale Netz in Deutschland nicht vor. Zunächst wird er nicht krankgeschrieben, da bei ihm die typischen Symptome fehlen, die normalerweise bei der Immunschwächekrankheit auftreten. Das Arbeitsamt sieht sich jedoch außerstande, einen infizierten Bäcker zu vermitteln und eine Umschulung "rechnet sich nicht", wurde Markus doch lediglich eine Lebensdauer von 24 Monaten von den Ärzten bescheinigt. Ein Mensch, der durch alle Maschen des sonst so tragfähigen sozialen Netzes fällt. Markus Commerçon hat ein Buch geschrieben, das es bisher in dieser Form nicht gegeben hat. Er beschreibt sein Leben mit einer schonungslosen Offenheit und Ehrlichkeit, die den Leser oft erschrecken und innehalten läßt. Doch es gelingt dem Autor auf diese besondere Art und Weise, einen Erkenntnisprozeß in Gang zu setzen, der nach der Lektüre noch lange nicht beendet ist. Denn auch wenn wir alle nach außen noch so tolerant sein mögen, es bleibt bei jedem ganz tief drinnen, wenn er ehrlich ist, ein unangenehmes Gefühl im Bauch, wenn er mit einem Aids-Kranken in Kontakt kommt. Noch weiß man immer noch zu wenig über diese Krankheit. Ganz sicher leistet Markus Commerçon auf diesem Gebiet mit seinem Buch Pionierarbeit. --Manuela Haselberger
ostalo: DRUGI NASLOVI: AIDS - mein Weg ins LebenAIDSMein Weg ins Leben
VRSTA/VSEBINA: dokumentarna literatura
JEZIK: nemški
LETO: 1994
IZDAJA: 4. Aufl.
ZALOžNIšTVO IN IZDELAVA: Recklinghausen : G. Bitter, 1994
FIZIčNI OPIS: 200 str. : fotogr. ; 19 cm
PREDMETNE OZNAKE (NEKONTROLIRANE): doživljanje bolezni
cas: 1.85s
Impresum: Bitter, Recklinghsn 1994
Zbirka: Edition Bitter : Wege ins Leben
Oznake: Commerçon, Markus (1963-1996 - Spomini)Aids - Bolniki - V leposlovjuHomoseksualnost - V leposlovju
UDK: 821.112.2-94929Commerçon M.
Ostalo: Ocena: Drei öffentlich geäußerte Worte haben das Leben von Markus Commerçon von innen nach außen gewendet: "Ich habe Aids." Mit diesem Satz stürzte er ins soziale Nichts. Markus Commerçon läßt sich jedoch so leicht nicht in düstere Krankenzimmer abdrängen. Er hat mit AIDS. Mein Weg ins Leben den mutigen Schritt gewagt, aus einem Dasein als Kranker mit der tabuisierten Krankheit Aids ans Licht der Öffentlichkeit zu treten, und er geht diesen oft sehr schwierigen Weg sehr konsequent. Markus Commerçon beginnt sein Buch mit seiner Kindheit, den Schwierigkeiten im Elternhaus, dem Verhältnis zu seinen drei Geschwistern, der gefühlskalten Mutter und dem Vater, der nie Zeit hatte, weil ihn seine Arbeit restlos auffraß. Dann der Kampf in seiner Jugend, als er bemerkt, daß ihn Männer mehr interessieren als Frauen. Selbst vor einer Verlobung mit einer Freundin schreckt er nicht zurück. Immer wieder startet er den Versuch, "normal" zu leben, sich anzupassen, und das Lob seiner Eltern, vor allem die Anerkennung und Liebe seiner Mutter, gehen ihm über alles. Doch nach spätestens zwei Wochen "guten Willens" findet er sich wieder in schmutzigen Bahnhofstoiletten, in die die gesellschaftlich verachtete Homosexuellenszene abgedrängt ist. Schließlich findet er den Partner fürs Leben, und nach dem sehr erfolgreichen Abschluß seiner Bäckerlehre geht er mit seinem Freund Wolfgang ins Allgäu, übernimmt dort eine eigene Bäckerei, baut ein Haus und das Leben der beiden Männer scheint glücklich und in bester Ordnung. Markus hat es geschafft, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, den Bruch mit dem Elternhaus nimmt er in Kauf, denn der Freundeskreis ist tolerant, so daß sich auch die Eltern langsam an die unabänderlichen Gegebenheiten anzupassen scheinen. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Bei Wolfgang wird im Sommer 1990 Aids diagnostiziert und es beginnt eine Zeit der Heimlichkeiten und des Versteckspiels. Wolfgang will um keinen Preis der Welt, daß jemand von seiner Krankheit erfährt, und die notwendigen Medikamente besorgen die beiden in einer 30 Kilometer entfernten Apotheke. Alle Kunden, Freunde, selbst der Vater von Wolfgang glaubt, daß er an Leukämie erkrankt ist. In dieser Zeit unterzieht sich auch Markus einem Test und auch er hat sich mit dem tödlichen Virus infiziert. Im Juni 1991 stirbt Wolfgang, und diese Zeit des gemeinsamen Leidens beschreibt Markus Commerçon schonungslos und ehrlich. Wolfgang, der immer ungeduldiger und unbeherrschter wird während seiner Krankheit, die vielen Gespräche über Tod und Sterben, die Angst vor dem Leiden, die Verzweiflung im Angesicht des Todes und auf der anderen Seite Markus, der zwar infiziert ist, doch noch keine typischen Krankheitszeichen bei sich spürt. Es ist eine Zeit, die fast unmenschliche Kraft erfordert. Nach dem Tod von Wolfgang krempelt Markus sein Leben vollkommen um. Nie mehr möchte er mit Heimlichkeiten und Lügen leben. Er verkauft seine Bäckerei und das Haus und beschließt, für sich und seine Krankheit einen anderen Weg zu gehen. Er sieht seine Krankheit als ein Gesamtbild, das seinen Ausdruck in der Biographie des einzelnen findet. So wehrt er sich auch gegen die obligatorischen Medikamente, die prophylaktisch allen Aids-Kranken verordnet werden, denn sie haben nachweislich bislang noch keinem das Leben gerettet. Doch genau das hat Markus Commerçon vor: Er möchte Aids überleben. Er macht sich auf die Suche nach einem Arzt, der gewillt ist, seine Vorstellungen von der Krankheit mitzutragen und trifft auf eine Mauer aus Angst und Hilflosigkeit. Einen Fall wie Markus Commerçon sieht auch das so hervorragend ausgebaute soziale Netz in Deutschland nicht vor. Zunächst wird er nicht krankgeschrieben, da bei ihm die typischen Symptome fehlen, die normalerweise bei der Immunschwächekrankheit auftreten. Das Arbeitsamt sieht sich jedoch außerstande, einen infizierten Bäcker zu vermitteln und eine Umschulung "rechnet sich nicht", wurde Markus doch lediglich eine Lebensdauer von 24 Monaten von den Ärzten bescheinigt. Ein Mensch, der durch alle Maschen des sonst so tragfähigen sozialen Netzes fällt. Markus Commerçon hat ein Buch geschrieben, das es bisher in dieser Form nicht gegeben hat. Er beschreibt sein Leben mit einer schonungslosen Offenheit und Ehrlichkeit, die den Leser oft erschrecken und innehalten läßt. Doch es gelingt dem Autor auf diese besondere Art und Weise, einen Erkenntnisprozeß in Gang zu setzen, der nach der Lektüre noch lange nicht beendet ist. Denn auch wenn wir alle nach außen noch so tolerant sein mögen, es bleibt bei jedem ganz tief drinnen, wenn er ehrlich ist, ein unangenehmes Gefühl im Bauch, wenn er mit einem Aids-Kranken in Kontakt kommt. Noch weiß man immer noch zu wenig über diese Krankheit. Ganz sicher leistet Markus Commerçon auf diesem Gebiet mit seinem Buch Pionierarbeit. --Manuela Haselberger
Amazon URL: http://www.amazon.de/AIDS-Mein-Weg-ins-Leben/dp/3790305073%3FSubscriptionId%3D1PGFYAPZ3Z5T6WPRK802%26tag%3Dbiblo0f-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3790305073
Izdaja: 4
ISBN-10: 3-7903-0507-3
ime: Deutsch
Število strani: 200
Datum izdaje: 1994
Vsebina: Drei öffentlich geäußerte Worte haben das Leben von Markus Commerçon von innen nach außen gewendet: "Ich habe Aids." Mit diesem Satz stürzte er ins soziale Nichts. Markus Commerçon läßt sich jedoch so leicht nicht in düstere Krankenzimmer abdrängen. Er hat mit AIDS. Mein Weg ins Leben den mutigen Schritt gewagt, aus einem Dasein als Kranker mit der tabuisierten Krankheit Aids ans Licht der Öffentlichkeit zu treten, und er geht diesen oft sehr schwierigen Weg sehr konsequent. Markus Commerçon beginnt sein Buch mit seiner Kindheit, den Schwierigkeiten im Elternhaus, dem Verhältnis zu seinen drei Geschwistern, der gefühlskalten Mutter und dem Vater, der nie Zeit hatte, weil ihn seine Arbeit restlos auffraß. Dann der Kampf in seiner Jugend, als er bemerkt, daß ihn Männer mehr interessieren als Frauen. Selbst vor einer Verlobung mit einer Freundin schreckt er nicht zurück. Immer wieder startet er den Versuch, "normal" zu leben, sich anzupassen, und das Lob seiner Eltern, vor allem die Anerkennung und Liebe seiner Mutter, gehen ihm über alles. Doch nach spätestens zwei Wochen "guten Willens" findet er sich wieder in schmutzigen Bahnhofstoiletten, in die die gesellschaftlich verachtete Homosexuellenszene abgedrängt ist. Schließlich findet er den Partner fürs Leben, und nach dem sehr erfolgreichen Abschluß seiner Bäckerlehre geht er mit seinem Freund Wolfgang ins Allgäu, übernimmt dort eine eigene Bäckerei, baut ein Haus und das Leben der beiden Männer scheint glücklich und in bester Ordnung. Markus hat es geschafft, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, den Bruch mit dem Elternhaus nimmt er in Kauf, denn der Freundeskreis ist tolerant, so daß sich auch die Eltern langsam an die unabänderlichen Gegebenheiten anzupassen scheinen. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Bei Wolfgang wird im Sommer 1990 Aids diagnostiziert und es beginnt eine Zeit der Heimlichkeiten und des Versteckspiels. Wolfgang will um keinen Preis der Welt, daß jemand von seiner Krankheit erfährt, und die notwendigen Medikamente besorgen die beiden in einer 30 Kilometer entfernten Apotheke. Alle Kunden, Freunde, selbst der Vater von Wolfgang glaubt, daß er an Leukämie erkrankt ist. In dieser Zeit unterzieht sich auch Markus einem Test und auch er hat sich mit dem tödlichen Virus infiziert. Im Juni 1991 stirbt Wolfgang, und diese Zeit des gemeinsamen Leidens beschreibt Markus Commerçon schonungslos und ehrlich. Wolfgang, der immer ungeduldiger und unbeherrschter wird während seiner Krankheit, die vielen Gespräche über Tod und Sterben, die Angst vor dem Leiden, die Verzweiflung im Angesicht des Todes und auf der anderen Seite Markus, der zwar infiziert ist, doch noch keine typischen Krankheitszeichen bei sich spürt. Es ist eine Zeit, die fast unmenschliche Kraft erfordert. Nach dem Tod von Wolfgang krempelt Markus sein Leben vollkommen um. Nie mehr möchte er mit Heimlichkeiten und Lügen leben. Er verkauft seine Bäckerei und das Haus und beschließt, für sich und seine Krankheit einen anderen Weg zu gehen. Er sieht seine Krankheit als ein Gesamtbild, das seinen Ausdruck in der Biographie des einzelnen findet. So wehrt er sich auch gegen die obligatorischen Medikamente, die prophylaktisch allen Aids-Kranken verordnet werden, denn sie haben nachweislich bislang noch keinem das Leben gerettet. Doch genau das hat Markus Commerçon vor: Er möchte Aids überleben. Er macht sich auf die Suche nach einem Arzt, der gewillt ist, seine Vorstellungen von der Krankheit mitzutragen und trifft auf eine Mauer aus Angst und Hilflosigkeit. Einen Fall wie Markus Commerçon sieht auch das so hervorragend ausgebaute soziale Netz in Deutschland nicht vor. Zunächst wird er nicht krankgeschrieben, da bei ihm die typischen Symptome fehlen, die normalerweise bei der Immunschwächekrankheit auftreten. Das Arbeitsamt sieht sich jedoch außerstande, einen infizierten Bäcker zu vermitteln und eine Umschulung "rechnet sich nicht", wurde Markus doch lediglich eine Lebensdauer von 24 Monaten von den Ärzten bescheinigt. Ein Mensch, der durch alle Maschen des sonst so tragfähigen sozialen Netzes fällt. Markus Commerçon hat ein Buch geschrieben, das es bisher in dieser Form nicht gegeben hat. Er beschreibt sein Leben mit einer schonungslosen Offenheit und Ehrlichkeit, die den Leser oft erschrecken und innehalten läßt. Doch es gelingt dem Autor auf diese besondere Art und Weise, einen Erkenntnisprozeß in Gang zu setzen, der nach der Lektüre noch lange nicht beendet ist. Denn auch wenn wir alle nach außen noch so tolerant sein mögen, es bleibt bei jedem ganz tief drinnen, wenn er ehrlich ist, ein unangenehmes Gefühl im Bauch, wenn er mit einem Aids-Kranken in Kontakt kommt. Noch weiß man immer noch zu wenig über diese Krankheit. Ganz sicher leistet Markus Commerçon auf diesem Gebiet mit seinem Buch Pionierarbeit. --Manuela Haselberger
ostalo: DRUGI NASLOVI: AIDS - mein Weg ins LebenAIDSMein Weg ins Leben
VRSTA/VSEBINA: dokumentarna literatura
JEZIK: nemški
LETO: 1994
IZDAJA: 4. Aufl.
ZALOžNIšTVO IN IZDELAVA: Recklinghausen : G. Bitter, 1994
FIZIčNI OPIS: 200 str. : fotogr. ; 19 cm
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